Traumjob Auslandskorrespondent in New York

Der freie New-York-Korrespondent Sebastian Moll hielt einen Gastvortrag an der HMKW Frankfurt am Main.

Sebastian Moll und Prof. Dr. Katja Gußmann

Auf Einladung von Journalismus Professorin Dr. Katja Gußmann kam Sebastian Moll im Rahmen der Lehrveranstaltung "Praxis Journalismus" in die HMKW Frankfurt Main und hielt einen Gastvortrag zum Thema "Arbeiten und (Über)Leben als Reporter in New York.

In New York leben und für deutsche Medien Geschichten aus einer der spannendsten Metropolen der Welt erzählen, klingt nach einem Traum. Ist es auch. Aber der Arbeitsalltag und die wirtschaftliche Seite der Arbeit als Freier Korrespondent sind auch anstrengend und kompliziert. Sebastian Moll lebt seit mehr als 20 Jahren als Korrespondent für deutsche Print- und Onlinemedien in New York. Er schreibt für Tageszeitungen wie die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Allgemeine, Online–Medien wie Zeit Online, Magazine wie Cicero, hat Bücher und Reiseführer produziert und hostet den Podcast „212“. Er berichtet aus seiner Arbeitspraxis, erklärt sein Geschäftsmodell und gibt Tipps für den Aufbau einer Existenz als Freier Journalist.

Die Faszination begann Anfang der 1990er Jahre, als Sebastian Moll ein Studium an der New York University absolvierte. Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt und seiner freien Tätigkeit bei der F.A.Z. arbeitete er noch ein paar Jahre als Journalist in München. Danach verschlug es ihn endgültig nach New York, wo er als freier Auslandskorrespondent bis heute tätig ist.

Sebastian Moll schreibt für die Bereiche Panorama, Kultur, Medien, Feature und Sport und berichtete kürzlich beispielsweise von der Gerichtsverhandlung El Chapos, dem mächtigsten Drogenboss Mexikos, oder dem letzten Spiel des deutschen Basketball-Wunderkinds Dirk Nowitzki, der sich mit Tränen in den Augen bei den Dallas Mavericks verabschiedete. Zahlreiche Reiseführer, Reise-Taschenbücher und Lesereisen aus New York entstammen ebenfalls Molls Feder.

Zu guter Letzt gab Sebastian Moll den Studierenden noch Tipps, wie der Start als freier Auslandskorrespondent gelingt: Man solle sich ein Kontaktnetzwerk aufbauen,  Berichterstattung aus dem gewünschten Land studieren und beobachten, welche Art von Themen wahrgenommen werden und wie umfangreich die Berichterstattung dazu in Deutschland bereits ist. Man solle sich ein Profil erarbeiten, auch mittels Social Media, Blogs und Podcasts. Zudem gehöre eine gewisse Risikobereitschaft dazu. Sich zu etablieren brauche Zeit, man müsse in jeder Hinsicht investieren. Und außerdem solle man sich zeitlich und finanziell ein Limit stecken. Moll kommt nach Rückfragen der Studierenden zu dem Schluss, dass es sich auch für eine kurze Zeit lohne als Auslandskorrespondent zu arbeiten, um das Profil als Journalist zu schärfen, Eigenständigkeit und Unternehmergeist zu demonstrieren und tolle Themen zu bearbeiten und Geschichten zu schreiben.

Wir bedanken uns bei Sebastian Moll für seinen Besuch und seine hilfreichen Tipps, welche bei den Studierenden des Fachbereiches Journalismus und Kommunikation auf reges Interesse stießen.