„Schritt für Schritt gemeinsam durch's Netz“ - Tandem-Projektreihe für Senioren geht in die zweite Runde

Die Begriffe “Fake News”, “Fake Shops” und “Fake E-Mails” sind in den letzten Monaten immer wieder aufgetaucht und den meisten Leuten ein Begriff. Doch wie erkennt man diese Fälschungen und Falschmeldungen und was muss beim Einkauf im Netz beachtet werden?

Um diese Fragen zu beantworten und den praktischen Umgang mit unsicheren Inhalten und falschen Meldungen im Internet auch für die älteren Generationen zu erleichtern, haben Studierende der HMKW Berlin am vergangenen Dienstag die Veranstaltungsreihe “Schritt für Schritt Gemeinsam durch’s Netz” fortgesetzt. Die Studierenden möchten so älteren Menschen die Möglichkeit bieten, sich mit der voranschreitenden Digitalisierung auseinanderzusetzen und den sicheren Umgang mit dem Internet zu erlernen.

Eröffnet und moderiert wurde das Programm von HMKW-Studentin Polina Bragina: “Das Internet bietet viele Vorteile: Ich kann meine Einkäufe online bestellen und nach Hause liefern lassen. Informationen sind viel schneller verfügbar und man muss nicht immer wissen, in welchen Büchern etwas steht. Aber das Internet birgt auch Risiken, wenn einem Online-Shops das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Das Internet kann auch unübersichtlich sein”, so die Studierende. Um sich mehr Übersicht zu schaffen, fanden sich 27 Seniorinnen und Senioren aus ganz Berlin in der Medienlounge der HMKW ein und diskutierten in Vorträgen und Workshops über ihren Zugang zum digitalen Raum.

Der Eröffnungsvortrag machte sich die aktuelle Diskussion zu “Fake-News” zum Thema. Daniel Lehmann, Journalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HMKW, verortete Fake News zunächst historisch und zeigte so, wie sie sich von anderen Formen wie Falschmeldungen oder Satiren unterscheiden lassen. Dabei bot er viele hilfreiche Tipps sowie Tricks an und zeigte den Teilnehmenden direkt, wie man Social Media-Meldungen überprüft, die Inhaber von Webseiten recherchiert oder die Änderungen an Wikipedia-Artikeln nachvollziehen kann.

Im Anschluss klärte Guido Steinke von der Verbraucher Initiative e.V. die Anwesenden darüber auf, wie sie Spam- oder Phishing-Mails erkennen und vermeiden können. Als Verbraucherschützer greift er auf ein umfassendes Repertoire an Erfahrungen mit betrügerischen Inhalten zurück, um dann einen kompetenten Umgang zu ermöglichen. Dabei zeigten sich die anwesenden Seniorinnen und Senioren durchaus als versierte und kritische Persönlichkeiten, jedoch verwiesen die regen Diskussionen auf die Relevanz und die Bedürfnisse auch älterer Mediennutzender, kritisch mit Nachrichten umzugehen.

Anschließend bot sich die Möglichkeit in sogenannten Tandemgruppen, die aus Studierenden und Seniorinnen und Senioren bestanden, offene Fragen direkt am Gerät zu klären und das neu erlangte Wissen zu erproben. So wurden beispielsweise entlarvende Merkmale von Fake-Shops identifiziert und Nachrichtenmeldungen auf ihre Echtheit überprüft. 

Aufgrund der hohen Nachfrage und positiven Resonanz wird die Veranstaltung am 6. Juni 2017 wiederholt. Studierende, die an der Mitwirkung am Projekt interessiert sind, sowie Seniorinnen und Senioren, die teilnehmen möchten, können sich per E-Mail unter jv.reichelt (at) gmail.com mit Frau Reichelt in Verbindung setzen.