Pressefreiheit-Gespräch mit aktuellen Bezügen

In einer hochkarätigen Podiumsdiskussion zu einem Thema, das nicht nur für die Journalismus- und Medien-Studierenden der HMKW, sondern für alle Bürger/innen demokratischer Staaten von immenser Bedeutung ist, wurde am Mittwoch die Situation der Pressefreiheit analysiert.

Hans Hausmann, Gemma Pörzgen, Prof. Dr. Frank Überall und Peter Kloeppel in der Gesprächsrunde am 22.05.2019 an der HMKW Köln

Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit, Informantenschutz, Zeitungssterben, Medienkompetenz, Digitalisierung und Geschäftsmodelle in den Medien, (vermeintliche) politische Einflussnahme und mehr – das alles wurde in nur rund 75 Minuten Gespräch zum Thema Pressefreiheit an der HMKW Köln thematisiert. Auf Einladung von HMKW-Dozent und Filmemacher Hans Hausmann berichteten Gemma Pörzgen, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen, HMKW-Professor Dr. Frank Überall in seiner Funktion als Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands sowie RTL-aktuell-Anchorman Peter Kloeppel über ihre Erfahrungen und Einschätzungen aus der journalistischen Praxis.

Genau einen Tag vor dem 70. Geburtstag des deutschen Grundgesetzes, in dem die Pressefreiheit in Artikel 5 verankert ist, erscheint das Thema wieder aktueller denn je: „Wir sind umzingelt von Missachtung der Pressefreiheit“, stellte Moderator Hans Hausmann hinsichtlich der Entwicklungen in einigen europäischen (Nachbar-)Ländern fest. Zwar waren sich alle darin einig, dass freie Berichterstattung hierzulande unter verhältnismäßig guten Umständen möglich sei. Jedoch existiere unter anderem aufgrund bestehender sowie drohender politischer Einflussnahme, schwindender Bereitschaft seitens des Publikums, journalistische Arbeit angemessen zu entlohnen, und dem auch damit einhergehenden wirtschaftlichen Druck viel Verbesserungspotenzial.

Gemma Pörzgen, die unter anderem in Russland aufgewachsen ist und aktuell bereits zum zweiten Mal – und das seit 10 Jahren – dem Vorstand der Reporter ohne Grenzen in Deutschland angehört, sprach sich für eine intensivere Solidarisierung mit Journalistinnen und Journalisten aus. Auch betonte sie die Bedeutung der digitalen Möglichkeiten für die Umsetzung freiheitlicher Berichterstattung. Peter Kloeppel, der von 2004 bis 2014 als Chefredakteur von RTL tätig war, zeigte Wertschätzung für die Situation des Journalismus in Deutschland, mahnte jedoch auch zur Wachsamkeit, was wirtschaftliche wie politische Entwicklungen anbelangt. Frank Überall, der unter anderem im Fachbereich Journalismus und Kommunikation der HMKW Köln lehrt, appellierte im „Werbeblock“ an alle Anwesenden, sich zu engagieren und in den öffentlichen Diskurs zu journalistischen Arbeitsbedingungen einzutreten – die Pressefreiheit sei dies wert.

Schon früh und engagiert schalteten sich die Studierenden – unter anderem aus den Studiengängen B.A. Journalismus und Unternehmenskommunikation sowie B.A. Medien- und Eventmanagement – mit Fragen zum Thema und Bezug zu ganz aktuellen Geschehnissen ein.

Vielen Dank dem Initiator und den Gästen der Gesprächsrunde sowie dem Publikum für das zahlreiche Erscheinen und die rege Beteiligung!