Praxissemester doppelt gut genutzt

Fee Hoopmann (21) studiert an der HMKW Köln B.A. Journalismus und Unternehmenskommunikation. In praxisorientierten Journalismus-Modulen und Kooperationsprojekten wie der PR-Arbeit für die Europäische Kulturhauptstadt Wroclaw hat sie bereits in beiden Teilbereichen des Studiengangs praktische Erfahrungen sammeln können. Um diese auszubauen, absolvierte sie ihr Praxissemester gleich in zwei Unternehmen – Mercedes-Benz und TVT Media. Im Interview berichtet sie von ihren positiven Erfahrungen.

HMKW-Studentin Fee Hoopmann verbrachte einen Teil ihres Praxissemesters bei Mercedes-Benz.

Wie verlief die Bewerbungsphase? Haben Sie während der Bewerbungsphase die Unterstützung des Career Services in Anspruch genommen?

Ich habe mich bereits ein Jahr im Voraus bei Mercedes-Benz beworben, da ich von Bekannten erfahren hatte, dass das Unternehmen recht lange im Voraus Einstellungen plant und die Bewerbungsprozesse viel Zeit in Anspruch nehmen. Ein paar Monate später erhielt ich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch und die Zusage für ein Praktikum. Ich habe mich noch bei einer Fernsehproduktionsfirma drei Monate vor Beginn beworben, wo ich zuvor bereits als Protagonistin für einen ZDF-Beitrag mitgewirkt hatte. Dort wurde ich ebenfalls angenommen. Da ich gerne in beiden Bereichen praktische Erfahrung sammeln wollte, entschied ich mich dazu, bei beiden Unternehmen jeweils drei Monate mein Praktikum zu absolvieren. Für diejenigen, die sich noch nicht für einen Bereich entscheiden konnten, würde ich das auf jeden Fall empfehlen.

Bei welchem Unternehmen und in welcher Abteilung haben Sie Ihr Praktikum absolviert?

Ich habe einen Teil meines Praktikums bei Mercedes-Benz im Werk Bremen in der internen Werkskommunikation absolviert. Meine Hauptaufgabe lag bei der Erstellung von Artikeln und Fotos für das werksinterne Intranet. Dafür musste ich bei verschiedenen Veranstaltungen und Ereignissen im Werk dabei sein und konnte Einblicke in die verschiedensten Abteilungen und Produktionshallen bekommen. Dadurch, dass es eine recht kleine Abteilung war, konnte ich sehr schnell selbstständig arbeiten und meine eigenen Ideen einbringen.

Mein zweites Praktikum habe ich bei TVT Media in der Redaktion absolviert. Dort habe ich viel Recherchearbeit erledigt, aber ich durfte auch mit auf Drehs in Köln. Hauptsächlich produziert die Firma Service-Sendungen für „Volle Kanne“ oder „Drehscheibe“ und Beiträge für das ntv-Format „PS Das Automagazin“.

„Für meine Praktika waren verschiedene Module aus dem Studiengang hilfreich, etwa ‚Praxis Journalismus‘, ‚TV-Journalismus‘ und der Recherche-Kurs.“


Welche Modulinhalte aus dem Studium konnten Sie hier praktisch einbringen?

Für mein Praktikum bei Mercedes-Benz hat mir besonders das Modul „Praxis Journalismus“ geholfen, wo uns vermittelt wurde, wie wir verschiedene Textsorten verfassen und wie wir gute Fotos machen. Denn das waren meine Hauptaufgaben. Für mein Praktikum in der Fernsehproduktionsfirma war vor allem der Recherche-Kurs in Zusammenarbeit mit der Initiative Nachrichtenaufklärung e.V. von Vorteil sowie das Modul „TV-Journalismus“. Denn um einen guten Fernsehbeitrag produzieren zu können, sollte man auch die Arbeit hinter der Kamera verstehen.

Was hat Ihnen besonders gut gefallen?

Besonders gut hat mir bei dem Praktikum bei Mercedes-Benz gefallen, dass ich viel im Werk herumgekommen bin, ich durfte in Bereiche, in die die wenigsten Einblicke bekommen. Natürlich sitzt man auch relativ viel am Schreibtisch, aber trotzdem war jeder Tag recht abwechslungsreich. Wer sich für die Autoproduktion hinter den Kulissen und die Kommunikation in einem Weltkonzern interessiert, ist bei Mercedes-Benz genau richtig.

Bei TVT Media hat mir besonders gut gefallen, dass man aufgrund der kleinen Größe des Unternehmens schnell mit eingebunden wird. Ich durfte mit auf einen Außendreh nach Dessau. Dort haben wir eine Woche die Sendung „ZDF@Bauhaus“ aufgenommen. Ich durfte die Interviews der Sänger mit vor- und nachbereiten, lernte den Moderator der Sendung kennen und durfte die Künstler Backstage mit betreuen. Unter anderem lernte ich die Band Walking on Cars persönlich kennen und Max Giesinger. Das Beste war natürlich, die Proben mitzubekommen und anschließend live beim Konzert dabei zu sein!

„Durch die Praktika habe ich erkannt, wo meine Fähigkeiten liegen.“


Inwieweit hat Sie das Praktikum beim Thema Berufswunsch weitergebracht?

Die Praktika haben mich beide ein Stück weitergebracht, denn ich habe erkannt, wo meine Fähigkeiten liegen. Allerdings finde ich beide Bereiche unglaublich spannend und es fällt mir immer noch nicht wirklich leicht, mich zu entscheiden. Es macht natürlich einen riesigen Unterschied, ob man in einem kleinen Unternehmen oder in einem Konzern arbeitet, doch beides hat seine Vor- und Nachteile. Da ich in einer relativ kleinen Abteilung bei Mercedes-Benz gearbeitet habe, konnte ich mich trotzdem sehr gut einbringen. Ob Journalismus oder PR – auf jeden Fall möchte ich einen Job, bei dem ich viel unterwegs bin und neue Menschen kennenlerne.

Würden Sie Ihren Kommilitonen ein Praktikum bei diesem Unternehmen empfehlen?

Wenn man an einem Praktikum bei Mercedes-Benz interessiert ist, sollte man sich überlegen, in welcher Stadt man sich bewirbt und ob man es im Werk oder in der Niederlassung absolvieren möchte. Da ist es wirklich von Stadt zu Stadt unterschiedlich und ich kann das Werk Bremen wirklich nur weiterempfehlen, da die Mitarbeiter, die ich kennenlernen durfte, sehr freundlich waren. Und durch meinen Chef konnte ich in viele Bereiche Einblicke bekommen. Unter anderem durfte ich rauf aufs Dach, um Fotos zu machen, und auf der Teststrecke mitfahren. Dadurch, dass mir mein Vorgesetzter viel Vertrauen entgegen gebracht hat, war es mir möglich, sehr selbstständig zu arbeiten. Und wenn man gerne Mercedes-Autos fährt, dann ist man bei dem Praktikum natürlich ebenfalls nicht verkehrt…!

Ein Praktikum bei TVT Media kann ich ebenfalls weiterempfehlen. Das Unternehmen hat eine familiäre Atmosphäre und es macht wirklich Spaß, dort zu arbeiten. Man muss nicht die „typischen Praktikantenaufgaben“ machen, sondern wird von Anfang an mit eingebunden.

Liebe Frau Hoopmann, herzlichen Dank für die spannenden Einblicke!