Nachwuchsjournalisten gehen auf Tuchfühlung mit Künstlicher Intelligenz

Wissenschaftsjahr 2019: HMKW Professorin Dr. Katja Gußmann freut sich über den Startschuss zum Multimediaprojekt zur Künstlichen Intelligenz. Gefördert wird das Projekt im Verbund mit JMU und FHWS durch das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft.

Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Prof. Dr. Katja Gußmann und Prof. Dr. Kim Otto (v.l.n.r.) © Claudio Höll

Wie wirkt sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf unsere Gesellschaft aus? Was sind Chatbots und wie kommunizieren sie mit uns? Wie gehen wir ethisch und rechtlich mit Robotern um? Diese und weitere Fragen beleuchten rund 300 Studierende der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Frankfurt, der Universität Würzburg und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt im Wissenschaftsjahr 2019.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 100.000 Euro geförderten Projekts ist es, verschiedene Aspekte und Erkenntnisse aus dem Bereich der KI multimedial aufzubereiten und der Öffentlichkeit anschaulich zu vermitteln. Dabei hinterfragen die Studierenden auch, wie Wirtschaft, Politik und die Gesellschaft als Ganzes auf Veränderungen durch KI reagieren und in Zukunft damit umgehen können.

Die beteiligten Hochschulen konnten für das Projekt zahlreiche namhafte Medienpartner gewinnen. Die von den Studierenden verfassten Beiträge über Unternehmen und KI-Experten aus den Regionen Mainfranken und Rhein-Main werden in Artikelreihen der Main-Post, der Frankfurter Rundschau, der Vogel Communications Group und der dfv Mediengruppe sowie als Podcasts im Bayerischen Rundfunk und Hessischen Rundfunk veröffentlicht. Darüber hinaus bilden die Porträts die Grundlage für eine Multimediareportage, die sukzessive ergänzt wird. In Kurztexten sowie Foto-, Audio- und Videoformaten nehmen die Studierenden unter anderem unter die Lupe, wie KI die Arbeitswelt verändert, wie sie sich auf den Alltag auswirkt und welche Vorteile und Risiken der Einsatz intelligenter Technologien mit sich bringt. Verschiedene Stimmen aus Wissenschaft und Forschung ergänzen die Reportage.

Prof. Dr. Katja Gußmann, Professorin für Journalismus und Unternehmenskommunikation an der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Frankfurt, sieht in dem Projekt eine herausragende Möglichkeit für die Studierenden, multimediales Arbeiten für Print, Hörfunk und Online unter realen Bedingungen zu erlernen und zugleich einen wertvollen Beitrag zur KI-Debatte zu leisten: „Für viele Menschen verbirgt sich hinter dem Begriff ‚Künstliche Intelligenz‘ eine Technik, die sie nicht oder unzureichend verstehen, und das verursacht Angst und Misstrauen. Mit der Multimediareportage und Beiträgen, die unsere Medienpartner veröffentlichen, können wir zu mehr Transparenz und Verständnis beitragen und die gesellschaftliche Diskussion mit Fakten unterstützen. Ich freue mich auf die Arbeit mit den Studierenden, die jung, aufgeweckt und interessiert sind. Wir dürfen auf ihre Fragen an die KI-Experten gespannt sein.“

Die Studierenden widmen sich mit dem Projekt einem der wichtigsten Themen unserer Zeit, sagt Projektleiter Kim Otto, Professor für Wirtschaftsjournalismus an der Universität Würzburg: „Die künstliche Intelligenz ist das zentrale ökonomische Thema – global, aber vor allem auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das Thema bewegt die Menschen. Das habe ich auch an der Resonanz der Studierenden gemerkt, die sich dem Projekt mit viel Engagement gewidmet haben.“ Die Initiative des BMBF sei damit auch eine Gelegenheit, Debatten aus der Wissenschaft in den gesellschaftlichen Dialog zu tragen und so den Austausch zwischen Forschenden, Bürgerinnen und Bürgern zu stärken: „Das Projekt des BMBF gibt uns die Möglichkeit, eine große ökonomische Frage interdisziplinär zu diskutieren und in die breite Öffentlichkeit zu tragen.“

Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Master-Studiengangs „Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation“ an der FHWS, freut sich ebenfalls auf das Projekt. „Bei vielen Bürgern herrscht gegenüber intelligenten Systemen eine gewisse Skepsis – vor allem in Hinblick auf die Rationalisierung von Arbeitsplätzen und unzureichenden Datenschutz. Diese prüfende Vorsicht ist bei einigen KI-Anwendungen auch durchaus angebracht“, sagt Frühbrodt. „Zugleich sollten wir immer die Vor- und Nachteile neuer Technologien für Wirtschaft und Gesellschaft abwägen. Genau darum soll es in dem Projekt gehen. Ich bin aber auch begeistert, dass unsere Studierenden die Gelegenheit bekommen, sich genauso praxisnah wie mit wissenschaftlichem Tiefgang mit www.wissenschaftsjahr.de hochaktuellen Trends wie dem autonomen Fahren, dem Einsatz von Pflegerobotern und selbstlernenden Kommunikationssystemen auseinandersetzen können.“

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zum Wissenschaftsjahr 2019.