„Den typischen Tag gibt es nicht“ - Abwechslung und Verantwortung im Praktikum

Grafikdesign-Studentin Céline Loegel absolviert ihr Praktikum im Wintersemester 2018/19 in einer internationalen Agentur in Barcelona. Im Interview berichtet sie, wie viel Verantwortung sie bereits übertragen bekommt und wie abwechslungsreich ihre Aufgaben sind.

Céline Loegel studiert an der HMKW Köln im B.A. Grafikdesign und Visuelle Kommunikation und absolviert ihr Praktikum bei Story & Co. in Barcelona.

Liebe Frau Loegel, das aktuelle Semester verbringen Sie in Barcelona – jedoch nicht zum Urlauben, sondern zum Arbeiten! Wo absolvieren Sie Ihr Praktikum und wie verlief Ihre Bewerbungsphase dafür?

Mein Praktikum absolviere ich zur Zeit bei der internationalen Grafikagentur „Story&Co.“ Ich habe schon relativ früh angefangen, Portfolio und Lebenslauf an verschiedene Agenturen zu schicken, als ich zur Mitte des Semesters dann von unserem Professor Felix Thomas den Vorschlag bekam, es bei „Story&Co.“ in Barcelona zu versuchen. Da er selbst einige Jahre dort gearbeitet hat, pflegt er immer noch engen Kontakt mit der Agentur, und nun bin ich schon die vierte Studentin, die in Spanien ihr Praktikum dort macht. Deshalb konnte ich dem Kommilitonen auch viele Fragen stellen, der in diesem Zeitraum dort gearbeitet hat. Am meisten gaben mir meine Sprachkenntnisse zu bedenken: Auch wenn ich ein Semester Spanisch hatte, fühlte ich mich darin nicht wirklich fit. Aber da es sich bei Story&Co um eine internationale Agentur handelt, sollte ich mit Englisch ganz gut auskommen.

Die Bewerbungsphase verlief dann relativ schnell. Ich schickte mein Portfolio mit Lebenslauf und Motivationsschreiben an die Agentur, alles auf Englisch. Schon einige Stunden darauf meldete sich meine jetzige Chefin. Ein Skype-Gespräch mit zwei weiteren Mitarbeitern verlief sehr entspannt. Nach einer Woche stand dann fest, dass ich am 1. Oktober mein Praktikum starten kann.

In welchem Bereich arbeiten Sie und wie sieht ein typischer Tag aus?

Der Hauptbereich bei „Story&Co.“ ist Branding. Hauptsächlich für Immobilien, Einzelhandel und Locations. Man kann sich darunter Shopping Center, Logistik-Unternehmen, Luxusimmobilien, Bürogebäude etc. vorstellen.

„Einen typischen Tag gibt es hier eigentlich nicht – oft arbeitet man an mehreren Projekten gleichzeitig, die Aufgaben sind sehr vielseitig.“


Einen typischen Tag, würde ich sagen, gibt es hier nicht. Es gibt ruhigere Tage, aber auch Tage, an denen viel in kurzer Zeit erledigt werden muss. Man arbeitet oft an mehreren Projekten gleichzeitig und muss sich die Zeit gut einteilen können. Die Arbeiten sind sehr vielseitig. Von einfachen Landkarten für Broschüren bis hin zu Logogestaltungen oder Pitches, an denen man teilnehmen kann, ist alles dabei.

Welches Wissen oder ganz konkrete Modulinhalte aus dem Studium können Sie hier praktisch einbringen?

Ich würde sagen, das Modul, das mir am meisten gebracht hat, war die Projektwerkstatt „Corporate Design“. Dort haben wir gelernt, Logos zu entwickeln, den ganzen Prozess dahinter zu verstehen und Präsentationen zu gestalten. Alles, was ich dort gelernt habe, konnte ich hier dann auch anwenden.

Aber eigentlich kann man aus jedem Modul etwas im Praktikum gebrauchen, da wir nach vier Semestern einen sehr umfangreichen Einblick in viele verschiedene Bereiche erhalten haben.

„Im Praktikum kann ich viel von dem nutzen, was ich in den vier Semestern Studium zuvor gelernt habe.“

 

 

Nach der Arbeit feierabends an den Strand gehen - in Barcelona möglich! Foto: Céline Loegel
Nach der Arbeit feierabends an den Strand gehen - in Barcelona möglich! Foto: Céline Loegel


Was gefällt Ihnen besonders gut?

Das Beste an diesem Praktikum ist, dass man nicht wie ein Praktikant behandelt wird, sondern wie alle anderen Designer auch. Man erhält die gleiche Verantwortung, gleiche Abgabetermine, den gleichen Stress und die gleiche Kritik. Man lernt vieles in kurzer Zeit und wird in viele Projekte mit eingebunden. Ich erhielt schon die Möglichkeit, bei Projekten für Spanien mitzuarbeiten oder an Pitches für Russland teilzunehmen.

„Am besten finde ich, dass ich in Sachen Verantwortung, Aufgabenpensum und Feedback genauso behandelt werde wie alle anderen Designer auch.“


Des Weiteren habe ich mich vom ersten Tag an in der Agentur wohl gefühlt. Es sind alle super nett und hilfsbereit und man wird komplett in das Agenturleben mit eingebunden.

Ein anderer großer Pluspunkt ist natürlich das Leben in Barcelona!

Sie stecken ja noch mitten im Praktikum – sind Sie trotzdem schon inspiriert, was den Berufswunsch nach Studienabschluss anbelangt?

Das ist eine Frage, über die ich mir momentan noch nicht all zu viele Gedanken mache. Mein Ziel ist es, jetzt erst einmal meinen Bachelor zu schaffen. Was ich aber jetzt schon weiß, ist, dass ich nach Abschluss in den verschiedensten Städten arbeiten möchte, und mir offen halte, wo es danach hingeht.

Können Sie das Unternehmen weiterempfehlen und was würden Sie Ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen raten?

Ich würde das Praktikum auf jeden Fall weiterempfehlen! Falls jemand die Gelegenheit bekommt, das Praktikum hier zu machen, würde ich diese Chance auch nutzen, denn meiner Meinung nach könnte man sich kein besseres Praktikum wünschen. Und noch dazu lebt man ein „ganzes halbes“ Jahr im schönen Barcelona.

…Herzlichen Dank für das Interview!