DJ, Künstler, Labelmanager: Absolvent Joe Metzenmacher lebt seinen Traum

Joe Metzenmachers große Leidenschaft ist die Musik. Schon früh bereitete er seine berufliche Laufbahn im Musikbusiness vor, indem er bereits neben seinem Studium an unterschiedlichsten Projekten mitwirkte. So viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen zahlt sich aus: Heute ist Metzenmacher als DJ und Künstler tätig sowie Mitinhaber und Labelmanager von Heideton Records. Inwieweit ihn sein Studium vorangebracht hat und welche Tipps er anderen Studierenden mit auf den Weg gibt, hat er uns unter anderem in diesem Interview verraten.

Joe Metzenmacher hat den B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie an der HMKW Berlin abgeschlossen.

Joe Metzenmacher hat den B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie an der HMKW Berlin abgeschlossen.

Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an die HMKW denken?

Eine Hochschule, die Chancen (an)bietet, über sich hinauszuwachsen. Die Mischung aus Theorie und Praxis gepaart mit intensiven Projektwochen für unterschiedliche Unternehmen ermöglicht Studierenden ein Umfeld, sich in interdisziplinärer Zusammenarbeit intensiv weiterzuentwickeln. Oder einfach gesagt, ein Umfeld, was einem hilft, seine Ziele zu erreichen.

Sie haben den Studiengang B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie studiert. Als was arbeiten Sie nun?

Ich habe meine Leidenschaft und Liebe zur Musikkultur zu einer Lebensaufgabe gemacht. Seit 2015 arbeite ich als DJ und Künstler, was derzeit nicht die naheliegendste Aufgabe in dieser verrückten Zeit ist. Weiter bin ich Mitinhaber und Labelmanager bei der Heideton Records GmbH und arbeite gemeinsam mit unserem wunderbaren Team aus alten Hasen und jungen Hüpfern daran, einige weitere Projekte im Rahmen der Eventbranche voranzubringen.

Konnten Sie zuvor bereits weitere Berufserfahrungen sammeln, von denen Sie uns gerne berichten würden?

Ja, ich habe vor und während des Studiums, bereits rund um die Uhr, an meinem Weg gefeilt. „Trial and error“, strategische Konzepte geschrieben, gejobbt, genetzwerkt, in Berlin aufgelegt, Veranstaltungen organisiert, elektronische Musik produziert etc. etc. etc.

Zu welchem Zeitpunkt während des Studiums sind Sie auf Ihren Berufswunsch gekommen? Hat das Praktikum eine Rolle bei der Berufswahl gespielt?

Mein Berufswunsch, im Bereich der elektronischen Musikkultur zu arbeiten, war schon vor dem Studium da. Die HMKW mit all ihren Möglichkeiten aus offenen Ohren, professionellem Support der Mitarbeiter und selbstverständlich dem akademischen Anspruch, wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, hat mir enorm geholfen, meinen Berufswunsch weiter zu gehen. Konkret gab es innerhalb des Studiums mehrere Dozenten, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen, Alternativen angeboten haben und mich auch mehrfach bestärkt haben, diesen beruflichen Weg einzuschlagen.

Warum haben Sie sich damals für den Studiengang B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie entschieden? Und warum haben Sie sich für ein Studium an der HMKW entschieden?

Zwei sehr umfangreiche Fragen. Retrospektiv war die Entscheidung, Medien- und Wirtschaftspsychologie zu studieren, bisher eine der besten meines Lebens. Als ich mich 2013 durch die ersten Seiten zum Thema Wirtschaftspsychologie googelte, gab es in Deutschland vielleicht max. 8 Standorte, an denen man diesen Studiengang ernstzunehmend studieren konnte. Ich wollte damals etwas, was mir in einer revolutionären Arbeitswelt von morgen mit menschlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen weiterhilft. Dass es die HMKW geworden ist, lag vor allem an einem entscheidenden Erstgespräch mit Prof. Dr. Ronald Freytag. Danke!

Welche Inhalte aus dem Studium finden sich in Ihrer Arbeit wieder bzw. helfen Ihnen dabei?

Unfassbar viele Inhalte. Interkulturelle Kommunikation, wissenschaftliches & interdisziplinäres Arbeiten, Organisation, Marktforschung, Personalführung,
kognitive & differentielle Psychologie, Gestaltung digitaler Medien, strategische Markenführung, Entwicklung von Konzepten, ganzheitliches Marketing etc.
Aber es sind auch viele Tools und Leitsätze, die mir heutzutage bei meiner Arbeit helfen. Allen voran möchte ich mich an dieser Stelle bei Henning Breuer (Marketing), Lorenz Pöllmann (VWL) und Pascal Villain (Wirtschaftspsychologie) bedanken. Ohne diese Menschen würde ich heutzutage viel geistloser sein.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Derzeit arbeite ich primär an dem Markenaufbau von unserem Musiklabel Heideton und selbstverständlich an meiner eigenen Karriere als DJ & Produzent. Weiter beschäftige ich mich mit meinen Geschäftspartnern an dem Aufbau einer brandneuen Bookingagentur. Mittel- und langfristig sind insgesamt 12 weitere Konzepte in Planung. Diese reichen von Eventgastronomie bis hin zum Consulting im Bereich Musikmanagement.

 

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit besonders und was stellt eine Herausforderung dar?

Ich schätze es persönlich mit Menschen in Kontakt zu treten und gemeinsame Momente zu erleben, in denen positive Emotionen für einen gesellschaftlichen Mehrwert eingesetzt werden. In diesen Zeiten, wo sich das Zusammenleben von Menschen neudefiniert, sehe ich es als besondere Aufgabe an, Alternativen zur Vereinzelung von Individuen zu erschaffen, um den Weg einer toleranten Gesellschaft friedlich miteinander zu erleben.
Eine besondere Herausforderung liegt nicht nur an der schwarzen Wolke, die weltweite Pandemie. Aktuell, bin ich der Meinung, wir sollten sogar dankbar sein, dieses Virus zu haben. Es macht Probleme sichtbar und wirft Fragen in allen Disziplinen der Wirtschaft und Wissenschaft auf. Ich hoffe, dass der Weg der Erkenntnis uns als Gesellschaft zu einer Universal-Ethik führt. Im Grunde eine große Zeit für Wirtschaftspsychologen.

Wie sind die Jobsuche und spätere Bewerbungsphase verlaufen?

Eine Jobsuche und Bewerbungsphase gab es bei mir nicht. Ich habe mich aber durch die Inhalte im Studium auf solche Phasen sehr gut vorbereitet gefühlt.

Welchen Rat würden Sie neuen Studierenden geben?

Stellt kritische Fragen und sucht nach validen Antworten. Versucht stets eure Wahrnehmung zu trainieren. Lernt hinzuhören, wissenschaftlich zu argumentieren und gemeinsam über Dinge zu lachen. Habt den Ehrgeiz und Antrieb, eure eigenen Erwartungen zu übertreffen. Macht Erfahrungen, die außerhalb eurer Komfortzone liegen, um diese in eure Erkenntnisse einfließen zu lassen. Reflektiert regelmäßig euer Handeln und findet den Zweck in eurer Rolle. Fühlt euch frei, kreativ zu sein, und seid offenherzige Optimisten, die auch Opfer bringen können. Achtet auf eure Aufmerksamkeit. Entwickelt eure Leidenschaft, etwas mit Hingabe zu tun. Vernichtet eure Glaubenssätze und lasst euer Umfeld neugierig werden. Und zu guter Letzt, falls es wirklich noch jemanden gibt, der diesen Text liest, macht es besser als ich.

Welche Eigenschaften sollten Studierende aus Ihrem Studiengang haben?

Ihre eigenen.

Danke für das spannende Gespräch, Herr Metzenmacher. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg für all ihre zukünftigen Projekte.