Facettenreich und voller Herausforderungen: Paul Nickel über seine Tätigkeit als Personalberater

Mit Menschen zu arbeiten kann unglaublich spannend, aber auch sehr herausfordernd sein. Dies weiß auch Paul Nickel, der nach seinem Studienabschluss in das Berufsfeld des Recruitings eingestiegen ist. Als Personalberater unterstützt er Berliner Firmen dabei, die passenden IT-MitarbeiterInnen zu finden. Wie ihm sein Studium heute in seinem Berufsalltag hilft und was ihm an seinem Beruf besonders gefällt, hat uns Paul Nickel im Alumni-Interview erzählt.

Paul Nickel ist beim Personaldienstleister Robert Half tätig.

Paul Nickel ist beim Personaldienstleister Robert Half tätig.

Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an die HMKW denken?

Im besten Sinne fallen mir da vor allem die richtig guten Professoren und Dozenten ein, so wie zum Beispiel Prof. Kolrep und Prof. Freytag. Dass die Lehrenden oft direkt aus der Wirtschaft kommen und dementsprechend auch ihre Praxiserfahrung in die Lehre mit einbringen, ist super. Dies war zwar leider nicht bei allem Dozenten so der Fall, aber im Großen und Ganzen konnte ich von den guten Professoren und Dozenten profitieren.

Sie haben den Studiengang B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie studiert. Als was arbeiten Sie nun?

Ich bin als Personalberater beim Personaldienstleister Robert Half tätig. Man könnte auch sagen, ich arbeite als Headhunter. Bei meiner Arbeit bin ich für die Vermittlung von IT-Experten in Berliner Unternehmen zuständig. Hierbei begebe ich mich auf die Suche nach passenden Bewerbern, begleite den Prozess, stehe für Rückfragen und Input zur Verfügung sowie nehme teilweise auch an Bewerbungsgesprächen teil.

Konnten Sie zuvor bereits weitere Berufserfahrungen sammeln, von denen Sie uns gerne berichten würden?

Während des Studiums habe ich mein Pflichtpraktikum in der Personalabteilung von Audi Berlin absolviert. Das war ziemlich cool und hat mir gut gefallen. Die Mitarbeit war dort sehr intensiv, was aber gut war, da ich so viele Aufgaben machen konnte, die ein Praktikant normalerweise eher nicht zugeteilt bekommt. So habe ich u.a. Interviews geführt und konnte in der Geschäftsführung mitarbeiten. Beim Praktikum habe ich auf jeden Fall gemerkt, dass die Richtung schon mal stimmte. Ich habe aber auch herausgefunden, dass mir administrative Tätigkeiten eher wenig liegen, der Bereich des Recruiting aber umso mehr. Mit Menschen zu arbeiten und Bewerbungsprozesse zu begleiten fand ich richtig spannend.

Bereits gegen Ende meines Studiums wurde ich von einer Personalberatung über Xing angeschrieben, die mir dann eine Stelle angeboten hat. So konnte ich bereits im 6. Semester meines Studiums unter der Woche arbeiten und am Wochenende dann meine Bachelorarbeit schreiben.

Warum haben Sie sich damals für den Studiengang B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie entschieden? Und warum haben Sie sich für ein Studium an der HMKW entschieden?

Das hatte auf jeden Fall zwei Gründe. Zum einen hatte ich bereits in der Schulzeit, etwa ab der Pubertät, ein stark ausgeprägtes Interesse an Psychologie. In der Oberstufe begannen mich dann Themen aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen immer mehr zu interessieren. Für mich war der Studiengang Medien- und Wirtschaftspsychologie somit die optimale Kombination, auch wenn ich Bereichen wie dem Marketing zunächst etwas skeptisch gegenüberstand. Rückblickend war das dann aber auch viel spannender als ich zunächst gedacht hatte. Als ich mit dem Studium begonnen habe, war ich erst 20 Jahre alt. Ich habe mich in den Jahren danach noch sehr verändert.

Welche Inhalte aus dem Studium finden sich in Ihrer Arbeit wieder bzw. helfen Ihnen dabei?

Da fällt mir sofort der Kurs „Grundlagen der Medienpsychologie“ bei Herrn Tapper ein. Hier habe ich viel gelernt, was ich auch in meinem heutigen Berufsalltag noch sehr oft brauche. Im Kurs wurden beispielsweise die Yale-Studies ausführlich besprochen, die sich u.a. mit der Psychologie der Überzeugung auseinandersetzen. Hierbei ging es beispielsweise darum, mit welchen Methoden man Menschen von etwas überzeugen und zum Handeln bewegen kann oder wie man jemanden dazu bringt, ein bestimmtes Statement zu machen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich bin super glücklich mit meiner derzeitigen Stelle. Ein großer Bestandteil des Recruiting ist definitiv der Vertrieb, denn es geht beim Recruiting laufend darum, andere Menschen von einer Firma zu überzeugen. Man muss stets die richtigen Fragen stellen sowie ein Gespür für Menschen haben. Das macht mir viel Spaß, deshalb kann ich mir gut vorstellen, weiterhin im Vertrieb zu bleiben.

 

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit besonders und was stellt eine Herausforderung dar?

Beim Recruiting liegt der Fokus jeden Tag aufs Neue darauf, neue Menschen zu treffen, mit ihren verschiedenen Persönlichkeiten umzugehen, sie einschätzen zu können. Es geht darum, die unterschiedlichen Charakteristika kennenzulernen, Kunden und passende Kandidaten aufeinander abzustimmen und sie im besten Fall zusammenzubringen. Diese Tätigkeit ist sehr spannend und macht mir viel Spaß.

Die größte Herausforderung? Das ist es auf jeden Fall, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Denn diese haben definitiv ihren eigenen Willen und schießen auch mal quer. Sie handeln irrational und handeln oft nach ihren Emotionen. Das einzufangen und zu managen, beide Seiten abzuholen in ihren jeweiligen Bedürfnissen sowie in gewisser Weise auch zu steuern - das ist definitiv die größte Herausforderung in meinem Beruf.

Welchen Rat würden Sie neuen Studierenden geben?

Rückblickend würde ich jedem raten, sich in jedem Fach anzustrengen und sich um gute Noten zu bemühen. Am wichtigsten ist es, meiner Meinung nach, während des Studiums seine individuellen Stärken herauszufinden und sich auf diese zu konzentrieren. Wenn möglich, würde ich außerdem dazu raten, sich auch privat außerhalb des Curriculums weiterzubilden und seine Interessen und Stärken weiter auszubauen. Dieses nebenbei erlangte Spezialwissen kann später mal von großem Wert sein.

Welche Eigenschaften sollten Studierende aus Ihrem Studiengang haben?

Ich glaube generell ist es hilfreich, ein hohes Grundbedürfnis zu haben, andere Menschen verstehen und einschätzen zu können. Dies ist bestimmt das Kernthema des Studiengangs. Auch sollte man durchaus die Bereitschaft haben, sich auch durch ungeliebte Fächer wie z.B. Statistik durchzuquälen. Das macht zwar keinen Spaß, aber wie so oft im Leben: da muss man einfach durch.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und Ihre Einblicke in Ihren Berufsalltag als Personalberater und Recruiter. Wir wünschen Ihnen für Ihren weiteren Berufsweg alles Gute und viel Erfolg.