Frauenpower beim DFB

Als Fußball-Fan ein Praktikum beim Deutschen Fußball-Bund: zu schön, um wahr zu sein? Nicht für Lisa Böcker, Studentin des B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie an der HMKW Köln. Die damals 21-Jährige traute sich was, bewarb sich beim DFB – und verbrachte ihr sechsmonatiges Praktikum in der Verbandszentrale in Frankfurt.

Lisa Böcker ist Fußball-Fan - und absolvierte ihr Pflichtpraktikum beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Liebe Lisa, Du hast das Pflichtpraktikum im Rahmen Deines Studiums B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie bereits absolviert. Wie verlief die Bewerbungsphase?

Ich muss kurz überlegen – ich habe mich schon im Januar für das Praktikum im Oktober beworben, damit war ich auch die erste aus meinem Kurs, also sehr früh dran. Ja, ich habe mit Frau Forstmeyer (Anm. d. Red.: Career Service am HMKW-Campus Köln) Rücksprache bezüglich meiner Bewerbungsunterlagen gehalten und auch während der Bewerbungsphase konnte ich immer mit offenen Fragen vorbei kommen, was mir sehr geholfen hat.

 

Was waren Deine Aufgaben beim Deutschen Fußball-Bund (DFB)?

Das Praktikum habe ich in der Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Die Direktion gliedert sich in fünf Unterabteilungen. Diese heißen Medienorganisation, elektronische Medien, PR, Medienservice und Projekte, Publikationen sowie Online Kommunikation. Ich war während der sechs Monate in den Abteilungen PR sowie Medienservice und Projekte tätig. Zu den täglichen Aufgaben zählte einfache redaktionelle Arbeit. Das Erstellen von kurzen Texten sowie Pressemitteilungen und auch Social-Media-Meldungen. Ich habe Pressekonferenzen mitvorbereitet und konnte zudem bei einer Sitzung des Sportgerichts dabei sein. Außerdem konnte ich zwei Pitches miterleben, bei denen namhafte Werbeagenturen ihre Ideen präsentiert haben. Zudem war die Erstellung von Content für die diversen Applikationen des DFB eine meiner Aufgaben. Einen großen Teil des Praktikums hat die Vor- und Nachbereitung des Integrationspreises eingenommen. Hier war ich unter anderem für die Platzierung des Themas in den Medien zuständig. 

 

„Durch die vielen Praxisbeispiele im Studium konnte ich eigene Möglichkeiten und Projekte präsentieren.“

 

Welches Wissen oder welche ganz konkreten Modulinhalte aus dem Studium konntest Du hier praktisch einbringen?

So einige, würde ich sagen! Speziell bei dem Pitch mit den Werbeagenturen konnte ich ein Praxisbeispiel für die Module, die sich mit dem Marketing beschäftigen, erleben. Durch die Modulinhalte der Medienpsychologie habe ich mich konkret in die Planung und Platzierung der Medieninhalte einbringen können. Zudem konnte ich durch die vielen Praxisbeispiele im Studium eigene Möglichkeiten und Projekte präsentieren. 

 

Was hat Dir besonders viel Spaß gemacht?

Zu sehen, wie große Projekte geplant werden. Vor allem war es super spannend, einmal zu sehen, wie die Planung für ein Länderspiel beginnt, und dann Monate später mitzubekommen, wie die ganze Organisation vor Ort abläuft – und natürlich live beim Spiel dabei sein zu dürfen, ist klasse! Super spannend war aber auch das gesellschaftliche Engagement des DFB. Vor allem in Bezug auf die kleinen Fußballvereine.

 

Inwieweit hat Dich das Praktikum beim Thema Berufswunsch weitergebracht?

Schwer zu sagen. Es hat mir auf jeden Fall eine Sparte aufgezeigt, die sehr interessant ist und bei der ich mir sehr gut vorstellen könnte, dort später zu arbeiten. Eine Kommunikationsabteilung in einem Unternehmen ist eine riesige Schnittstelle und man bekommt aus fast allen Abteilungen was mit, weil man mehr oder weniger das Sprachrohr des Unternehmens ist. Festgelegt habe ich mich noch nicht. Aber ich weiß zumindest ein wenig mehr darüber, was ich gut finde und auch, was ich gar nicht will im Beruf.

 

Bist Du weiterhin in Kontakt mit Deinem Praktikumsbetrieb?

Ja, da ich ein paar Freunde im Unternehmen gefunden habe und außerdem meine Praxisarbeit und vermutlich auch meine Bachelorarbeit im Unternehmen schreibe.

 

„Scheut Euch nicht, einzufordern, dass Ihr etwas beigebracht bekommt.“

 

Was würdest Du Deinen Kommilitoninnen und Kommilitonen für’s Praktikum raten?

Probiert was aus, sucht euch ein spannendes Thema und geht ohne Vorurteile an die Arbeit. Bedenkt aber immer, dass ihr bisher kaum Berufserfahrung habt und lasst euch ordentlich was beibringen. Die Unternehmen wollen euch als Praktikant haben, damit sind sie auch in der Pflicht, euch etwas beizubringen – scheut euch nicht, das auch zu sagen. Ansonsten habt Spaß und genießt die Zeit!