Vom Studierenden zum Gründer

Benedikt Wolter hat in diesem Jahr an der HMKW Köln erfolgreich seinen Bachelor im Fach Journalismus und Unternehmenskommunikation absolviert. Im Interview erzählt Alumni Benedikt Wolter uns nun von seinem Werdegang vom Studenten zum Gründer einer eigenen Marketing Agentur, sowie seinen beruflichen und privaten Zielen für die Zukunft.

Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an die HMKW denken? 

Praxisnahe Inhalte, angenehme Kurs-Größen und viel Praxis. Natürlich hat auch eine HMKW ihre Macken, doch alles in einem bekommt man hier ein Studienangebot, das gut für das Berufsleben qualifiziert. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Module „Praxis Unternehmenskommunikation“, bei denen es manch eine hitzige Diskussion über die beste Strategie für den Kunden gab. 

 

Sie haben den Studiengang  Journalismus und Unternehmenskommunikation studiert. Als was arbeiten Sie nun?  

Ich bin als Marketingberater und Gesellschafter meiner eigenen Agentur Marketing Mittelrhein tätig. Ich hatte mich schon im zweiten Semester selbstständig gemacht und führe das nun nach meinem Abschluss fort. 

 

Konnten Sie zuvor bereits weitere Berufserfahrungen sammeln, von denen Sie uns gerne berichten würden? 

Da ich zu Beginn meines Studiums eigentlich noch Journalist werden wollte, machte ich vorab ein dreimonatiges Praktikum bei der Computec Media GmbH. Dort sammelte ich bereits viele Eindrücke und Erfahrungen für den journalistischen Workflow. Mein Interesse wechselte dann jedoch zur Unternehmenskommunikation. Ich arbeitete neben dem Studium für ein mittelständischen Schulungsunternehmen im Bereich Content und PR. Irgendwann fragte ich mich dann, warum ich das nicht noch für mehr Unternehmen tun könnte. Also gründete ich zusammen mit einem alten Schulfreund Marketing Mittelrhein.  

Das war im Nachhinein die beste Berufserfahrung, die ich sammeln konnte. Von Gewerbeanmeldung, über die ersten größeren Aufträge bis zum ersten Angestellten. Da gab es viele Momente, auf die uns nichts und niemand vorbereitet hatte. Am Ende des Tages merkt man dann jedoch, dass man ziemlich vieles kann, wenn man Systeme und Strukturen unserer Gesellschaft verstanden hat und anzuwenden weiß. 

 

Zu welchem Zeitpunkt während des Studiums sind Sie auf Ihren Berufswunsch gekommen? Hat das Praktikum eine Rolle bei der Berufswahl gespielt? 

Der größte Einfluss war tatsächlich das Modul Unternehmenskommunikation. Da packte mich die Faszination an der interessenorientierten Kommunikation. Ich bildete mich also auch neben dem Studium fort, belegte einige Kurse und vertiefte mich immer mehr im Bereich strategisches Marketing und Content-Marketing. Vieles kam dann auch durch die Praxis der Selbstständigkeit. Eine richtige Positionierung haben wir auch erst mit der Zeit gefunden. Heute wissen wir, dass Unternehmen mit fehlender Positionierung fast schon zum Scheitern verurteilt sind.  

Generell hat die HMKW mich hierbei aber sehr unterstützt. Von den vielen Tipps und Ratschlägen diverser Dozentinnen und Dozenten bis hin zum Praktikum im eigenen Betrieb. Auch wenn die Präsenz in Köln mich einige Nerven kostete, hat die HMKW mir viel ermöglicht und mich dazu geführt, mit einer soliden Basis aus Erfahrung und Wissen in meine Selbstständigkeit nach dem Studium zu starten. 

 

Warum haben Sie sich damals für den Studiengang B.A. Journalismus und Unternehmenskommunikation entschieden? Und warum haben Sie sich für ein Studium an der HMKW entschieden? 

Eigentlich wollte ich Journalismus studieren. Bei der Suche nach Studiengängen stieß ich dabei auf die HMKW und den Studiengang „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Wie das wohl häufig beim ersten Studiengang ist, war ich mir nicht zu hundert Prozent sicher, ob es die richtige Wahl ist. Da kam mir die Kombination aus Unternehmenskommunikation und Journalismus also ganz gelegen. Und wie sich rausstellte, war es genau die richtige Wahl, bin ich doch jetzt in der Unternehmenskommunikation tätig. 

 

Welche Inhalte aus dem Studium finden sich in Ihrer Arbeit wieder bzw. helfen Ihnen dabei? 

Im Content-Marketing habe ich täglich mit den journalistischen Spielregeln und Workflows zu tun. Nur habe ich nicht nur eine Redaktionskonferenz, sondern mehrere, manchmal mehrmals täglich, zu unterschiedlichsten Themenfeldern. Das macht es besonders spannend, da oft schnelles Umdenken gefragt ist. Aber auch der strategische Teil der Unternehmenskommunikation begegnet mir immer wieder. Die Frage nach der eigentlichen Zielgruppe, den konkreten Zielen und einer klaren Positionierung sind so essentiell für viele kleine und mittelständische Unternehmen.  

 

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? 

Jetzt möchte ich erst einmal weiter an unserem Unternehmen arbeiten. Wir etablieren feste Prozesse, um die Effizienz zu steigern und wollen in den nächsten Jahren weiter wachsen. Das erfordert viel Kraft und Konzentration. Meinen Schwerpunkt werde ich dabei erst einmal auf berufspraktische Weiterbildungen legen. In zwei oder drei Jahren werde ich mir dann noch einmal Gedanken über einen Master machen. 
 

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit besonders und was stellt eine Herausforderung dar? 

Es ist ein großartiges Gefühl, sich etwas Eigenes aufzubauen. Es ist mehr als nur arbeiten gehen, da man jeden Tag weiterkommen möchte. Das macht die Arbeit als Unternehmer oder Selbstständiger auch so besonders. Man verfolgt seine eigenen Ziele, meistert verschiedenste Aufgaben und hat stets den Drang weiterzukommen. Damit wird nicht eine spezielle, kleine Aufgabe oder Tätigkeit zum Highlight, sondern das große Ganze. Und da gibt es natürlich Herausforderungen. Arbeitsprozesse, die nicht so gut verlaufen wie erhofft, Kunden, die mit etwas unzufrieden sind oder Versicherungen, Finanzamt und Co., die wenig Rücksicht auf Neulinge nehmen.  

Doch umso besser fühlt es sich an, wenn man abends (meistens sehr spät abends) nach Hause kommt und die Resultate seiner Arbeit betrachtet. Jeder Tag bringt etwas Neues, sei es eine neue Branche, in die man sich einarbeitet oder ein Problem, das man zuvor noch nie lösen musste. Langweilig wird einem mit eigenem Unternehmen jedenfalls nie. 

 

Wie sind die Jobsuche und spätere Bewerbungsphase verlaufen? 

Hier muss ich passen. Ich habe mich beworben, mich selbst für gut empfunden und eingestellt.
 

Welchen Rat würden Sie neuen Studierenden geben? 

Traut Euch! Ehrlich gesagt hatte ich manch einen Tag, an dem ich dachte das Projekt Selbstständigkeit wäre gescheitert. Einkommenssteuererklärung, Personalfragebogen, Verschwiegenheitserklärungen und so weiter sind immer noch Begriffe, bei denen es mir kalt den Rücken runter läuft. Aber es war wichtig und gut, dass ich mich damit auseinandergesetzt habe. Denn alle Herausforderungen und jedes Problem, vor dem ich mich lieber hätte drücken wollen, sind Erfahrungen, die mich unabhängiger und sicherer machen in dem was ich tue. Doch das schafft man eben nur, wenn man sich traut, die eigene Komfortzone zu verlassen. 

 

Welche Eigenschaften sollten Studierende aus Ihrem Studiengang haben? 

Der Journalist würde jetzt Verbissenheit und Neugierde nennen. Ich finde, dass aber auch Offenheit und Wandelbarkeit dazugehören. Das 08/15-Programm kann jeder im Studium lernen. Wenn man aber offen für neue Denkansätze ist und sich auch mal auf ungewöhnliche Wege und Methoden einlässt, ist das, was man in einem solchen Studium lernt, mehr als nur die Theorie, die auf den PowerPoint-Charts steht. Weil erst dann lernt man wirklich, worauf es ankommt, welche Fehler vermieden werden müssen und wo man lernen muss, umzudenken. Das ist dann die Erfahrung, weniger das Wissen, die einen im Studium auf das Berufsleben vorbereitet. 

 

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!