Storytelling und Wissenschaftskommunikation am Quantitative Biosciences Institute in Kalifornien

Alexa Rocourt, Studierende des M.A. Visual and Media Anthropology, bringt berufliche Praxis und Forschung perfekt miteinander in Einklang: Neben ihrem Studium ist sie als Media Communications Specialist und Events Coordinator im Forschungsinstitut QBI (Quantitative Biosciences Institute) in San Francisco tätig. Im Interview hat sie uns Einblicke in ihre Arbeit gegeben sowie verraten, was ihr am Studiengang besonders gefällt.

Alexa Rocourt studiert M.A. Visual and Media Anthropology und ist zeitgleich am Quantitative Biosciences Institute in Kalifornien tätig.

Derzeit arbeiten Sie an einem wissenschaftlichen Institut in Kalifornien und erforschen die Anthropologie der Wissenschaft. Das klingt spannend. Erzählen Sie uns mehr über Ihre Arbeit!

Vor etwa zweieinhalb Jahren habe ich angefangen, am Quantitative Biosciences Institute (QBI) zu arbeiten, einer Forschungseinheit, die zur University of California, San Francisco (UCSF) gehört. Die Aufgabe des QBI besteht darin, mit quantitativen Ansätzen die zugrunde liegende Biologie in praktisch jedem Krankheitsbereich aufzudecken und letztlich Behandlungen zu identifizieren, die einen therapeutischen Wert haben könnten. Meine Aufgabe am QBI besteht darin, die große Gemeinschaft von Forschern, die an dieser Aufgabe beteiligt sind, einem breiten Publikum näher zu bringen, indem ich mit ihnen zusammenarbeite, um die Wissenschaft und die Werte des Instituts visuell darzustellen, und indem ich die allgemeine Online-Präsenz des Instituts koordiniere. Kurz gesagt, ich helfe, die Geschichte des QBI zu erzählen.

Wie sind Sie auf diese Stelle gestoßen? Wie greifen Ihr Studium im Fach Visual and Media Anthropology und Ihr Berufsleben ineinander?

Während meines Studiums habe ich mir Kenntnisse im Journalismus und Grafikdesign angeeignet - Fähigkeiten, die ich nach dem Studium und in meiner beruflichen Laufbahn als Autorin, Künstlerin und Medienproduzentin weiter ausbauen wollte. Im Jahr 2019 bin ich beim QBI eingestiegen und hatte hier ständig mit Menschen aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu tun, deren Forschungsinhalte und Themen ich an die Öffentlichkeit kommunizieren sollte. Um mein Verständnis davon zu erweitern, wie man effektiv im Wissenschaftsjournalismus arbeitet, suchte ich nach einem Studiengang in diesem Bereich, um zu lernen, wie man Erzählungen über Gesellschaften und Kulturen versteht und weitergibt: kurzum, visuelle und mediale Anthropologie.

Welche allgemeinen und studienbezogenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Qualifikationen können Sie bei Ihrer Arbeit am QBI anwenden?

Die Fähigkeiten, die ich durch mein Studium an der HMKW erwerbe, sind für meine gegenwärtigen und zukünftigen beruflichen Ziele unglaublich relevant.

Ein großer Teil meiner Aufgabe am QBI besteht darin, die Bemühungen des Instituts zu unterstützen, wissenschaftliche Silos durch globale Zusammenarbeit aufzubrechen, um bahnbrechende wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen. Ein wichtiger Schlüssel dazu ist, die Forschung und die Wissenschaftler:innen durch multimediale Projekte und Veranstaltungen den Kollegen und der Öffentlichkeit näher zu bringen. Das anthropologische Wissen, das ich mir aneigne, hilft mir, dem Institut eine dynamische und authentische Medienpräsenz zu verleihen. Die Verfeinerung meiner Medien- und Kommunikationsfähigkeiten in Bezug auf Menschen und Kulturen durch diesen Masterstudiengang wird meine Fähigkeit stärken, zum kontinuierlichen Fortschritt und Wachstum des QBI auf neugierige, rücksichtsvolle und vielfältige Weise beizutragen.

Von welchen Erfahrungen werden Sie Ihrer Meinung nach in Ihrer zukünftigen Karriere am meisten profitieren?

Die Entscheidung, meine berufliche Laufbahn mit dem Masterstudiengang an der HMKW zu verbinden, gibt mir Werkzeuge an die Hand, die meine kreativen Fähigkeiten stärken, um Medienkommunikation als ein Mittel für kraftvolles und effektives Storytelling zu nutzen, nicht nur in der Wissenschaft, sondern in jedem Bereich, in dem ich in Zukunft tätig sein werde.

Indem ich die grundlegenden Ansätze, Themen und Arbeitsmethoden der visuellen und medienorientierten Anthropologie erlerne, vertiefe ich mein Verständnis dafür, wie man am besten multimediale Darstellungen von Menschen, Kulturen und globalen Initiativen erstellt und koordiniert.

Und zu guter Letzt: Wie lautet Ihr bisheriges Fazit zu Ihrer Entscheidung, Anthropologie in Ihrem Beruf anzuwenden? Würden Sie es anderen HMKW-Studierenden empfehlen?

Meiner Meinung nach ist die Anthropologie die Lehre von dem, was uns zu Menschen macht. Sie kann daher auf die eine oder andere Weise auf alle Bereiche angewendet werden. Wenn man lernt, sich mit der Entwicklung und den Perspektiven verschiedener Gesellschaften und Kulturen zu befassen, ist man generell in der Lage, jeden Beruf mit einem ausgeprägten Sinn für Neugierde anzugehen. Ich persönlich bin neugieriger geworden, was mein Arbeitsumfeld angeht, und fühle mich sicherer, wenn es darum geht, überholte Konstrukte in der Wissenschaft in Frage zu stellen, was viele meiner jüngsten Projekte vorangetrieben hat. Durch die Annahme einer "anthropologischen Denkweise" bin ich mir der Vielfalt in meinem beruflichen und persönlichen Umfeld bewusster geworden und fordere mich täglich heraus, Situationen unvoreingenommen zu beurteilen.

Insgesamt empfehle ich das Studium der Anthropologie jedem, der neugierig darauf ist, wie verschiedene Aspekte der menschlichen Existenz in unserer modernen Welt eine aktive Rolle spielen. Ich glaube, dass es ein Werkzeug ist, das in jeder beruflichen Laufbahn zu einer Perspektive führt.

Vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke in Ihre Arbeit. Alles Gute für Ihre Zukunft!