Markendifferenzierung durch Innovation: die Entwicklung der WayGuard-App

Als Projektleiter im Team Transactional Business bei der Versicherung AXA Konzern AG arbeitete Dr. Dominik Orbach an der Entwicklung und Markteinführung der Begleit-App WayGuard. Auf Einladung von Prof. Dr. Alexander Rühle sprach er in der Vortragsreihe Inside! Media & Events vor Studierenden der HMKW Köln über den Entwicklungsprozess.

Dr. Dominik Orbach erzählte an der HMKW Köln über den Entwicklungsprozess der WayGuard App.

Dr. Dominik Orbach erzählte an der HMKW Köln über den Entwicklungsprozess der WayGuard App.

Ausgangspunkt war die Frage, wodurch sich ein Versicherungskonzern wie AXA vom Wettbewerb differenzieren könnte. Schnell war klar, dass die Branche in Deutschland „ein neues Gesicht bekommen“ sollte – mit Hilfe einer innovativen App.

In seiner kurzweiligen Präsentation gab der Gastreferent den Studierenden des B.A. Medien- und Eventmanagement Einblick in den Prozess von der ersten Idee über den Launch und die Weiterentwicklung einer solchen App. Orbach verglich den Prozess mit der Entwicklung eines Start-ups, denn wie die meisten Gründungen verfügte das Team über verhältnismäßig wenig Marketingbudget und musste dafür sorgen, dass das ideale „Timing“ von Entwicklungsprozess und Markteinführung eingehalten wurde.

Zunächst musste ein „Pain“, also ein Bedarf bei der Zielgruppe des Versicherungsunternehmens identifiziert werden. Dies gelang über Recherche und Befragungen. Die Idee wurde geboren, dass Nutzer/innen sich auf ihrem nächtlichen Heimweg über eine App mit Begleitpersonen in Kontakt setzen sowie Notrufe auslösen können. Als wesentliche Elemente für die erfolgreiche Produktentwicklung stellte Orbach das heterogene Team, die offene Arbeitsatmosphäre, Methoden des Design Thinking, das Einholen von Zielgruppen-Feedback sowie die Kanban-Methode heraus.

Als Kooperationspartner konnte das Team die Kölner Polizei gewinnen. Die Berichterstattung, die das Thema Begleit-App auslöste, sorgte für eine unverhofft große Öffentlichkeit und Reichweite. Doch schnell wurde klar, dass der App-Absatz mit Growth-Hacking-Methoden angekurbelt werden musste. Das Team machte sich dafür die umfangreichen Analysemöglichkeiten von Facebook-Advertising zunutze, um die Werbekampagnen zu optimieren. Mittlerweile gibt es mehr als 60.000 angemeldete Nutzer/innen und weit über 10.000 Facebook-Fans.

Die Fragen der interessierten Zuhörer/innen, von denen sich einige als User outeten, zielten auf Krisenmanagement, Skalierbarkeit, das Geschäftsmodell und den Datenschutz der App ab. Es wurde deutlich, mit wie vielen Aspekten sich Appherausgeber beschäftigen müssen und wie hilfreich innovatives Projektmanagement dabei sein kann.

Organisatorin der Veranstaltung war Christine Piepiorka, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fachbereichs Wirtschaft an der HMKW Köln.