Abwechslungsreiches Praktikum im Center for Folklife and Cultural Heritage in Washington D.C.

Caroline Cassinelli studiert im 3. Semester den Distance-Learning-Studiengang M.A. Visual and Media Anthropology an der HMKW Berlin. Hier berichtet sie von ihrem Praktikum bei dem renommierten Center for Folklife and Cultural Heritage in Washington D.C.

Wie sind Sie auf die Praktikumsstelle aufmerksam geworden? Wie verlief das Bewerbungsverfahren?

Ich habe die Praktikumsstelle durch Online-Recherche gefunden, nachdem ich verschiedene Suchmaschinen für Praktika durchforstet hatte. Ich habe mich schon immer für die Arbeit der Smithsonian Institution und die Möglichkeit, dort zu arbeiten, interessiert, also suchte ich nach Praktikumsplätzen und stieß auf die des Center for Folklife and Cultural Heritage.

Ich habe die Online-Bewerbung ausgefüllt und 2 Referenzen beigefügt. Ende April erhielt ich per E-Mail die Nachricht, dass ich mich erfolgreich für das Praktikum qualifiziert hatte, und ich musste mehrere Dokumente einreichen, um die Stelle zu bestätigen. Nachdem alle Formulare eingereicht worden waren, wurde ich offiziell als Sommerpraktikantin angenommen, und ich erfuhr, wer mein Betreuer war und an welchem Projekt ich arbeiten würde.

Sie haben Ihr Praktikum im Center for Folklife and Cultural Heritage absolviert - das klingt wirklich spannend. Erzählen Sie uns mehr über diese Institution!

Die Smithsonian Institution ist der größte Museums-, Bildungs- und Forschungskomplex der Welt. Die Institution mit Sitz in Washington, D.C., umfasst viele verschiedene Zentren und Organisationen, von denen sich die meisten in Gebäuden an der National Mall befinden. Das Center for Folklife and Cultural Heritage (CFCH) ist eine der kleineren Einheiten der Smithsonian Institution, deren Schwerpunkt auf kultureller Nachhaltigkeit durch Forschung, Bildung und zahlreiche Gemeinschaftsprogramme liegt. Das Motto des Zentrums lautet "Kultur von, durch und für die Menschen".

Am Center arbeitete ich speziell in der Abteilung für kulturelle Nachhaltigkeit, zu der viele verschiedene Initiativen gehören, wie z. B. Cultural Heritage Tourism und die Smithsonian Artisan Initiative. Für meine Forschungsaufgaben habe ich jedoch mehrere Mitarbeiter des Zentrums aus verschiedenen Abteilungen befragt.

Wie haben Sie sich das Praktikum vorgestellt? Würden Sie uns bitte mehr über Ihre Ziele, Aufgabenstellungen und Tätigkeitsfelder erzählen?

Mein Ziel bei diesem Praktikum war es, einen sinnvollen Beitrag zum Projekt der Artisan Initiative des Zentrums zu leisten und gleichzeitig mehr über kulturelle Nachhaltigkeit in der Praxis und die Unternehmenskultur einer großen Bildungseinrichtung wie dem Smithsonian Institute zu erfahren. Viele der Angestellten, die ich interviewt habe, arbeiten schon sehr lange im Center, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sie zu ihren Projekten, Partnerschaften und Selbstreflexionen bezüglich ihrer Arbeit zu befragen. Im Rahmen des Praktikums wollte ich auch herausfinden, ob mein persönliches Forschungsinteresse - Gehörlosenkulturen und Gebärdensprachen - in der Arbeit des Zentrums präsent ist und ob es als kulturelles Erbe definiert werden kann/ist.

Als ich erfuhr, dass ich die Möglichkeit haben würde, einen Artikel für das Online-Magazin des Zentrums zu schreiben und zu veröffentlichen, war ich sehr dankbar für diese Chance, mein Forschungsinteresse, meine Hausarbeiten und all die neuen Informationen, die ich während meines Praktikums gelernt hatte, zu integrieren.

 

Welche allgemeinen und studienbezogenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Qualifikationen konnten Sie im Praktikum anwenden?

Bei meinem Praktikum konnte ich mein Vorwissen über Kultureinrichtungen, immaterielles Kulturerbe und Kunst- und Kulturprogramme nutzen. Meine früheren Erfahrungen in einem Museum für Anthropologie waren eine der wichtigsten Qualifikationen für die Stelle, aber auch meine Arbeitserfahrung im Kundenservice hat mich gut vorbereitet. Meine Offenheit, Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit ermöglichten es mir, Kontakte zu den Gesprächspartnern zu knüpfen, und mein professionelles Auftreten half mir, die Gespräche zielgerichtet zu gestalten.

Meine Erfahrungen in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung halfen mir ebenfalls, den Kontext der Gespräche zu verstehen, die ich führte. Mein Wissen über Anthropologie, Sozialwissenschaften und Kulturtheorie im Ausland, das ich aus meinem Studium der Visuellen und Medienanthropologie mitgenommen habe, war für dieses Praktikum äußerst nützlich. Dieses Wissen ermöglichte es mir, mit den Kulturschaffenden, die ich interviewte, in Kontakt zu treten.

Schließlich waren Zeitmanagement, Organisation, mündliche und schriftliche Kommunikation und Initiative allesamt sehr wichtige Fähigkeiten, die ich in diesem Praktikum anwenden konnte. Aufgrund der relativ kurzen Dauer des Praktikums war es für mich sehr wichtig, einen detaillierten Zeitplan zu erstellen und diesen genau einzuhalten, um alle meine Aufgaben zu erledigen. Außerdem hatte ich während dieses Zeitraums viele verschiedene Arten von E-Mail- und Videokommunikation, so dass es für mich unerlässlich war, eine effiziente und systematische digitale Organisation meiner Dateien zu gewährleisten.

Von welchen Erfahrungen werden Sie Ihrer Meinung nach in Ihrer zukünftigen Berufslaufbahn am meisten profitieren?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus diesem Praktikum gewonnen habe, war der Stellenwert und die große Bedeutung von Eigeninitiative und Verantwortung. Die Aufgaben für dieses Praktikum waren nicht in Stein gemeißelt; sie waren flexibel und anpassbar an meine eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen. Das gab mir zwar viel Freiheit und Flexibilität, verlangte aber auch mehr Eigeninitiative bei meiner Arbeit, insbesondere in Bezug auf Kommunikation und Organisation. Ich war in der Lage, viele meiner Handlungen selbst zu lenken und kritisches Denken anzuwenden, um das Potenzial meiner Forschungsarbeit mit den Bedürfnissen der Organisation abzugleichen. Diese Fähigkeit, Initiative zu ergreifen und Maßnahmen zu ergreifen, wird in meiner zukünftigen beruflichen Tätigkeit äußerst wertvoll sein.

Eine weitere Kompetenz, die ich in diesem Praktikum erlangt habe, ist die der Interviewführung. Ich habe vor diesem Praktikum nur selten Interviews geführt, und wenn, dann war ich nie der Hauptinterviewer, sondern eher ein Assistent. Die Erfahrung, auf die Forschungsteilnehmer zuzugehen, zunächst ein zwangloses Gespräch mit ihnen zu führen und dann ein formelles Interview zu leiten, war für mich sehr nützlich. Ich habe mehr Selbstvertrauen in meine Führungs- und Organisationsfähigkeiten gewonnen und meine Fähigkeit gestärkt, mit Menschen zu kommunizieren, die sehr unterschiedliche Hintergründe und Interessen haben. Diese Verbesserung meiner Kommunikationsfähigkeiten wird sicherlich in jeder zukünftigen Position sehr nützlich sein, vor allem aber im Hinblick auf mein Interesse an der Arbeit mit Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und aus verschiedenen Kulturen.

Auch die Erfahrungen, die ich bei der Analyse der gesammelten Daten gesammelt habe, werden mir in meiner zukünftigen Laufbahn sehr nützlich sein. Als zukünftige Kulturprojektmanagerin wird es für mich sehr wichtig sein, nicht nur für meine eigenen Projekte zu recherchieren, sondern auch deren Ergebnisse zu bewerten und die Auswirkungen schriftlich darzulegen. Die Notwendigkeit der Beantragung von Fördermitteln ist ein Thema, das in meinen Interviews immer wieder auftauchte, und die Organisation, die ich für die Durchführung dieses Forschungsprojekts brauchte, wird mir bei der Beantragung von Fördermitteln in der Zukunft gute Dienste leisten.

 

Zu guter Letzt: Wie lautet Ihr abschließendes Fazit zu Ihrem Praktikum im Center for Folklife and Cultural Heritage?

Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Forschungsprojekt eine wunderbare Gelegenheit für mich persönlich war und hoffentlich für die Arbeit des Zentrums hilfreich sein wird. Es hat mir geholfen, die Arbeit der Smithsonian Institution besser zu verstehen und ein besseres Bewusstsein dafür zu entwickeln, was heute in den Kulturberufen relevant und aktuell ist. Das Praktikum hat mein Interesse an kulturellem Projektmanagement und Forschung erweitert und mir mehr Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten und Forschungsinteressen in diesem Bereich gegeben. Das Schreiben und Veröffentlichen eines Zeitschriftenartikels war etwas, das ich nicht erwartet hatte, und es hat mein Praktikum wirklich auf wertvolle Weise ergänzt.

Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Alles Gute für die Zukunft!