Gastbeitrag: Mein Semester in Amsterdam

Julia Gill hat das Sommersemester 2017 gemeinsam mit einer Studienkollegin an der Hogeschool van Amsterdam verbracht. Hier berichtet die Studentin des B.A. Medien- und Wirtschaftspsychologie von ihrem Erasmus-Semester.

Julia Gill in Amsterdam

Die Niederlande als Land der Fahrräder und des Käses zog mich schon länger in den Bann und so war ich mehr als glücklich, im November 2016 das Erasmus-Stipendium an der HMKW zu bekommen. Zum Sommersemester 2017 durfte ich also mit meiner Kommilitonin Nina in Amsterdam studieren.

Mein neues Zuhause

Obwohl ich eigentlich in einem typischen Amsterdamer Haus in der Stadt wohnen wollte, musste ich mir eine günstigere Option suchen. So bekam ich eine 23 m² Wohnung im Studentenwohnheim Fraijlemaborg in Amsterdam Zuidoost für 560 Euro im Monat, inklusive Strom und Internet, fünf Minuten von Nina entfernt. Das Studentenwohnheim bestand aus etwa 150 Wohnungen und war sehr modern und typisch niederländisch eingerichtet. Hier lebten nur internationale Studenten, sodass es mir möglich war, Freunde aus der ganzen Welt zu finden. Der Gemeinschaftsraum wurde oft zum Kicker- oder Tischtennisspielen, Filmeschauen oder für Hausparties genutzt.

Das Studium an der Partneruni

Nix mit Semesterferien in diesem Jahr – am Mittwoch schrieb ich noch die Statistikklausur, am Donnerstag flog ich nach Amsterdam und am Montag fing schon das Studium an meiner neuen Uni an.

Zum Glück konnte ich noch den letzten freien Platz in meinem gewünschten Minor "Global Trendwatching" ergattern. Hier konnte ich meine Erfahrungen aus meinem Werkstudentenjob in einem Berliner Markt- und Trendforschungsinstitut erweitern. Ein Minor ist ein zusammenhängendes Studienprogramm über ein Semester, das sich mit verschiedenen Kursen auf ein Thema fokussiert. Mein Programm spezialisierte sich darauf, die Studenten zu Trendexperten auszubilden. Es ging für uns also darum, wichtige globale und lokale Entwicklungen und Bewegungen in Zukunftsvisionen umzuformen, da diese ein Startpunkt für innovative, kreative und wirtschaftliche Möglichkeiten sein können. Trendexperten zeigen Organisationen, wie sie mit ihren Kunden besser in Kontakt treten können, decken neue Zielgruppen auf und entwickeln Ideen für innovative Strategien, Produkte, Services und Kommunikationskampagnen.

Das Studienprogramm verteilte sich, anders als in Deutschland, auf 2 x 10 Wochen. Der erste Studientag war sehr aufregend und ich war besonders gespannt, all die neuen Leute kennenzulernen, mit denen ich in der nächsten Zeit zusammenarbeiten würde. In den Introduction Days ging es darum, uns alle besser kennenzulernen. Dazu haben die Professoren viele Exkursionen organisiert, damit die internationalen Studenten auch die Stadt kennenlernen konnten. So ging es zu Führungen und Diskussionsrunden in das Amsterdam Fotografie Museum Foam, wir sprachen mit dem CEO der Foodhallen und besuchten den größten Start-up-Gebäudekomplex Europas, B-Amsterdam. Jeder einzelne Student im Minor hatte seine eigene Geschichte und seine ganz eigene Vision und Meinung. Die Beziehungen zu den Professoren waren sehr familiär, man sprach sich mit Vornamen an und konnte mit jeder Kleinigkeit zu ihnen kommen. So entwickelten sich die Professoren eher zu Coaches und Freunden, mit denen man im Unterricht auch gerne mal Karaoke sang, Ted-Talks anschaute und über das Leben philosophierte.

Fazit

Wenn der Abschied immer näher rückt und du ganz und gar nicht willst, dass sich irgendwas ändert, dann weißt du, dass das Semester ein voller Erfolg war. Rückblickend war meine Zeit in Amsterdam einfach nur wunderschön – ich habe viele neue Freunde gewonnen, bin über mich hinausgewachsen und habe definitiv ein neues Zuhause gefunden. Mit ziemlicher Sicherheit werde ich bald zurückkommen.