Ideenmanagement im „Gigabit Unternehmen“

Ein Praktikum bei einem Games-Unternehmen im Ausland – das war Arian Schmitz-Reiths ursprüngliches Ziel. Dank seiner Aufgeschlossenheit kam es anders: Er absolvierte ein erfolgreiches Praktikum bei dem Telekommunikations-Riesen Vodafone im Ideenmanagement und kam mit vielen neuen Eindrücken und um wertvolle Erfahrungen reicher zurück ins Studium.

Arian Schmith-Reith studiert an der HMKW Köln Medien- und Eventmanagement.

Arian Schmith-Reith studiert an der HMKW Köln Medien- und Eventmanagement.

Lieber Arian, Du hast das Pflichtpraktikum im Rahmen Deines Studiums B.A. Medien- und Eventmanagement bereits absolviert. Wie verlief die Bewerbungsphase?

Mein ursprünglicher Plan war es, mein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Beim Beantragen des Erasmus-Stipendiums, dem Formulieren einer englischen Bewerbung und der Strukturierung meiner Bewerbungsphase hat mir der Career Service sehr intensiv geholfen.
Es tat gut zu wissen, dass ich jemanden hatte, an den ich mich jederzeit wenden konnte, wenn ich mal nicht weiter wusste oder Hilfe brauchte. Letzten Endes hat es nicht so sein sollen, aber Düsseldorf ist auch so etwas wie „Ausland“ [lacht] und ich bin sehr froh, bei Vodafone gelandet zu sein.

„Es tat gut zu wissen, dass ich mich während des Bewerbungsprozesses jederzeit an den Career Service hätte wenden können.

 

Was waren Deine Aufgaben bei der Vodafone GmbH?

Ich saß im unternehmensinternen Ideenmanagement. Dort durfte ich allgemeine Verbesserungsvorschläge von Vodafone-Mitarbeitern aus ganz Deutschland betreuen. Von der Nutzung nachhaltiger Kaffeebecher bis hin zum Weltpatent mit Millionen-Benefit war da alles dabei. Ich habe zum Beispiel bei neuen Einreichungen geprüft, ob diese Idee schon einmal bei uns eingegangen ist. Wenn sie neu war, habe ich sie den richtigen Gutachtern zugeteilt und fortlaufend dafür gesorgt, dass genug Gutachten für die Idee aufgestellt werden. Anschließend wurden die Ideen dann in einer Bewertungskommission, mit Teilen des Vorstands und des Betriebsrats zusammen, bewertet und prämiert. Parallel dazu war aber auch immer noch Zeit übrig, um sich Kampagnen zu widmen, die Arbeitsprozesse zu optimieren, und am Praktikantenleben auf dem Vodafone Campus teilzunehmen.

 

Welches Wissen oder ganz konkrete Modulinhalte aus dem Studium konntest Du hier praktisch einbringen?

Gerade aus der Marketingsicht habe ich hier viel Stoff aufnehmen können. Im Ideenmanagement nimmt man aus jedem Fachbereich etwas mit. Die Bearbeitung der Ideen ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen und so kann man die eine oder andere Marketing-Maßnahme im Nachhinein viel deutlicher nachvollziehen. Natürlich haben mir auch Fächer wie „Personale und soziale Kompetenzen“ oder „Medientechnologie“ im Gigabit Unternehmen weiterhelfen können.

 

Was hat Dir besonders viel Spaß gemacht?

Das Arbeiten in einem Weltkonzern ist einfach ein ganz besonderes Gefühl. Trotz 13.000 Mitarbeitern ist der Umgang sehr herzlich. Das Gebäude ist so modern, dass man schon fast futuristisch sagen muss, und auf dem Campus ist immer etwas los, sodass es nie langweilig wird. Die Arbeit war manchmal schwer, aber mit dem richtigen Team überwindet man diese Hürden gemeinsam, und so verliert man auch nicht den Spaß an dem, was man tut.

„Die Arbeit war manchmal schwer, aber mit dem richtigen Team überwindet man diese Hürden gemeinsam.“

Arian Schmitz-Reith beim Brainstormen für's Ideenmanagement im Vodafone-eigenen tipi-Meetingraum
Arian Schmitz-Reith beim Brainstormen für's Ideenmanagement im Vodafone-eigenen tipi-Meetingraum

 

Inwieweit hat Dich das Praktikum beim Thema Berufswunsch weitergebracht?

Ich bin jetzt wesentlich zielorientierter. Durch das Praktikum habe ich erfahren können, wie die Hierarchiestufen in einem großen Konzern aufgebaut sind und wie die Leute an ihre derzeitige Karrierestufe gelangt sind.
Zu Beginn konnte ich mit dem Thema „Telekommunikation“ recht wenig anfangen. Aber für ein Telekommunikationsunternehmen zu arbeiten heißt nicht gleich, dass ich mich nur mit Datenvolumen und Freiminuten herumschlage. Das Themenportfolio, mit dem man hier konfrontiert wird, ist gigantisch! Internet of Things, Big Data, Work Life Balance, Leadership, Virtual und Augmented Reality, … Wer wissbegierig ist, dessen Durst dürfte hier gestillt werden. Ein Unternehmen mit vielen Facetten, die vielleicht nicht direkt auf den ersten Blick zu erkennen sind. Wenn ich später in der Situation bin und eine feste Stelle suche, werde ich auf diese Erfahrung zurückgreifen können und werde mir dadurch auch mal Unternehmen anschauen, die ich vielleicht ursprünglich einfach überflogen hätte.

 

Bist Du weiterhin in Kontakt mit Deinem Praktikumsbetrieb?

Ich habe mich mit meinen Kollegen und meinem Chef super verstanden und wir haben auch privat noch Kontakt. Deshalb wurde auch schnell der Plan gefasst, dass ich der Abteilung länger erhalten bleibe und auch meine Bachelorarbeit bei Vodafone schreibe.

 

Was würdest Du Deinen Kommilitoninnen und Kommilitonen für’s Praktikum raten?

Kleines Anekdötchen:

Wie zu Beginn schon erwähnt, wollte ich ursprünglich ins Ausland. Mein Ziel war es, in der PR-Abteilung eines Gaming-Unternehmens zu landen. Knapp 50 Absagen später merkte ich jedoch, dass dieser Plan nicht wirklich aufgehen wollte. So bin ich dann relativ spontan bei Vodafone gelandet. Genau, wie ich auch relativ spontan auf dieser Hochschule gelandet bin.
Ich will euch nicht geraten haben, euch „einfach irgendwo zu bewerben“, aber ich gebe euch folgenden Tipp: Seid aufgeschlossen. Versteift euch nicht auf ein Ziel, haltet euch alles offen. Probiert neue Dinge aus.
Anfangs konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, wie meine Zeit bei Vodafone aussehen soll, aber ich bin glücklich wie ein Honigkuchenpferd.
Und egal, wo ihr landet, fangt an, Kontakte zu knüpfen. Trinkt einen Kaffee mit den Kollegen, scheut euch nicht vor einem kleinen Aufzug-Smalltalk und genießt auch mal das eine oder andere Feierabendbier mit der Abteilung. Die Kontakte, die ihr hier knüpft, können später Gold wert sein. Denn der Witzbold aus dem Aufzug ist vielleicht der Start-Up-Durchstarter von Morgen (und glaubt mir, hier spreche ich teilweise aus eigener Erfahrung).

Also genießt die Zeit, ihr dürft hier bei den großen Fischen mitschwimmen!

„Mein persönlicher Tipp: Seid aufgeschlossen. Versteift euch nicht auf ein Ziel, haltet euch alles offen. Probiert neue Dinge aus.“

 

Herzlichen Dank für die spannenden Eindrücke und guten Tipps!