Praxiserfahrung im dualen Grafikstudiengang

Tom Reed (23) studiert seit 2013 im B.A. Grafikdesign und Visuelle Kommunikation dual an der HMKW Berlin und ist jetzt im 7. Semester. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen. 

Warum hast du dich für die HMKW entschieden?

50% Berlin, 50% der duale Studiengang. Diese Art von dualem Studiengang gibt es in Deutschland nicht oft und kann für manche genau das Richtige sein.

Warum gerade Grafikdesign- und Visuelle Kommunikation?

Nach dem Abitur sind viele meiner Freunde reisen gegangen. Ich wollte auch weg, aber war zu unorganisiert und planlos, um es durchzuziehen. Durch einen Kontakt habe ich mir einen Praktikumsplatz in einer Werbeagentur in Düsseldorf ergattert und durfte mich dort in allen Bereichen ausprobieren. Diese sechs Monate waren grausam. Die Agentur hatte ziemliche trockene Kunden, ich wusste zu wenig, um wirklich mitzuhelfen, und Düsseldorf ist grau und hässlich. Aber (!) ich durfte den Großteil der Zeit dem Art Director gegenübersitzen und habe mich dort in die Praxis eingefunden. Von Köln aus habe ich mich in Berlin beworben, und #seitdemhabeichnichtmehrzurückgeschaut.

Ich bereue es nicht, den dualen Zweig ausgewählt zu haben. Es war sehr anstrengend, und zwischendurch zweifelt man an, naja, allem eigentlich. Aber es lohnt sich! Wenn man konsequent ist, seinen „Job“ ernst nimmt und Spaß daran hat. Die Praxiserfahrung ist Gold wert, genau wie der private Unterricht mit sehr kompetenten Dozenten.

Wie ist das Studentenleben in Berlin?

Besser als deine zweite Wahl.

Erzähle uns ein bisschen von deinen Erfahrungen an der HMKW.

An privaten Universitäten genießt man die meisten Vorteile, wenn man mitmacht. Sowohl im Unterricht als auch außerhalb. Abgesehen von der Anwesenheitspflicht hat man an der HMKW alle Freiheiten einer normalen Uni, mit dem Bonus, dass es viel einfacher ist junge Menschen kennen zu lernen, mit denen man außerhalb von der Uni kreativ und produktiv sein kann.

In Deutschland hat man natürlich die Option, kostenlos zu studieren. Ich habe mich aber für ein praxisorientiertes Studium an der privaten HMKW entschieden. Meine Eltern haben mir mit der Finanzierung geholfen, aber wenn sie heute mein Portfolio sehen, ist ihre Investition gerechtfertigt.

Was sind deine Zukunftspläne und wie kann dir dein Studium dabei helfen?

Ich möchte in großen, internationalen Werbeagenturen arbeiten. Kunden betreuen, deren Budgets in den Millionenbereich gehen. Gute Werbung braucht Zeit und kostet.

Viel von meinem (zum Teil unberechtigten) Selbstbewusstsein kommt davon, dass ich an der HMKW viel Praxiserfahrung machen konnte. Das Studierendenmagazin, Projektwerkstätten, Praktika. An der HMKW habe ich auch Freundschaften geschlossen, die mir außerhalb der Uni Jobs und Projekte verschafft haben. Das Studium ist so viel leichter, wenn man lernt, Spaß daran zu haben. Wie mit allem ist man am erfolgreichsten, wenn man richtig dafür brennt. 

Hast du ein Auslandssemester gemacht?

Nein. Im Nachhinein wäre es aber eigentlich ganz cool gewesen.

Welche Praktika hast du schon gemacht und in welche Richtung möchtest du beruflich gehen?

Ich habe insgesamt vier Praktika absolviert. Drei davon bei Werbeagenturen und eins in einer Produktionsfirma. Im dualen Zweig des Designstudiums musste man zu meiner Zeit noch eine 18-monatige Praktikumsphase (an der HMKW Berlin sind es heute 12 Monate) absolvieren. Ich habe mich gezielt für Stellen beworben, die fehlende Erfahrungen abgedeckt haben.

Ich will in die Werbung. Je mehr wir alle miteinander kommunizieren, desto interessanter wird es, mit Medien etwas zu bewirken. In den nächsten 20 Jahren wird diese Industrie große Veränderungen durchgehen, und daran will ich teilhaben.